Oldie but Goldie: warum die Deutschen ihre Briefkästen lieben und was Corona damit zu tun hat

200 Jahre hat er schon auf dem Buckel: der Briefkasten. Die ersten seiner Art wurden in den 1820er-Jahren in Deutschland aufgestellt. Später kam das Fax dazu, noch später die E-Mail, doch der Briefkasten blieb. Eine vollständige Digitalisierung ist – anders als in vielen anderen Lebensbereichen – bei der Post bisher nicht in Sicht.

Lockdown und Quarantäne als unterstützende Faktoren

In seinem „Briefkasten-Monitor“ untersucht der Dresdner Datenspezialist Spectos jährlich die Einstellung der Deutschen zur Briefpost sowie unadressierter und adressierter Haushaltswerbung. Besonders spannend war das im Corona-Jahr 2020. Spectos wollte wissen: Inwiefern wirken sich Isolation und Lockdown auf die Relevanz von Briefpost als Kanal zur Außenwelt aus?

Von den rund 2.600 Befragten gaben immerhin 23 % an, dass der Briefkasten und die Post während des Lockdowns für sie an Wertigkeit zugenommen haben. So sei beispielsweise die Möglichkeit, ohne Arztbesuch Rezepte zugeschickt zu bekommen, wichtig gewesen. Genauso wie der durch den Briefkasten ermöglichte kontaktlose Erhalt von Warensendungen. Nicht zuletzt stellte der Gang zum Briefkasten und die Freude über Briefe aller Art eine willkommene Abwechslung im tristen Corona-Alltag dar.

Werbeprospekte und kostenlose Anzeigenblätter sind beliebt

Die Studienteilnehmer wurden außerdem gefragt, was sie am liebsten in ihren Briefkästen vorfinden. Ganz vorne liegt in allen Altersgruppen der Brief. Werbeprospekte erfreuen sich vor allem in der Altersgruppe 36-45 Jahre besonderer Beliebtheit. Knapp 40 % der Befragten in dieser Altersklasse gaben an, diese besonders gerne zu empfangen. Kostenlose Wochenzeitungen sind besonders in der Altersklasse 65+ gerne gesehen (33 %).

Vom Briefkasten zum Warenkorb

Gemocht werden Werbeprospekte also schon mal. Doch was passiert nach dem Herausnehmen aus dem Briefkasten? Auch das hat Spectos abgefragt. 43 % der Befragten legen adressierte Werbepost für ein späteres Durchblättern zur Seite, 27 % der Befragten verfahren genauso mit unadressierter Werbepost. Insbesondere adressierte Werbepost zieht zudem eine ganze Reihe anderer Aktionen nach sich. So geben 17 % an, online nach mehr Informationen zu schauen, 11 % besuchen die Filiale des Versenders und 8 % tätigen einen Kauf. Für unadressierte Werbepost liegen die Werte respektive bei 6 %, 4 % und 3 %.

Eine Zukunft ohne Briefkasten? Unvorstellbar!

"Wir führen den Briefkasten-Monitor das 3. Jahr in Folge durch und stellen fest, dass Briefpost und der Briefkasten für die Verbraucher in Deutschland unverändert wichtig sind, trotz fortschreitender Digitalisierung“, sagt Niels Delater, CEO von Spectos. In der Tat gaben 90% der Teilnehmer an, dass ihnen die persönliche Zustellung von Post wichtig ist. Altersübergreifend können sich nur 6 % der Befragten im Segment 36 bis 65 Jahre eine Zukunft ohne Briefkasten vorstellen. Lediglich in der Gruppe der 18- bis 35-Jährigen liegt dieser Wert mit 16 % höher.

Also: Auf die nächsten 200 Jahre, lieber Briefkasten!

Mehr zum Briefkasten-Monitor von Spectos und das Bestellformular für die gesamte Studie unter: https://www.spectos.com/de/briefkasten-monitor-2020/

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